Bandscheibenprothese 

(Fa. Spinal Kinetics) 

Zwischen jedem Wirbel befindet sich eine Bandscheibe: ein fibröses, stoßdämpfendes Polster, das den richtigen Abstand, die Stabilität und Bewegung innerhalb der Wirbelsäule aufrechterhält. 

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Jede Bandscheibe weist ein fibröses, reifenartiges äußeres Band (als Faserring bezeichnet) auf, das eine zentrale, gelartige Substanz (als Gallertkern bezeichnet) umschließt. Kern und Ring arbeiten zusammen, Stöße zu absorbieren, die Wirbelsäule zu stabilisieren und um einen kontrollierten Bewegungsfreiraum zwischen jedem Wirbel zu gewährleisten.

 

Beweglichkeit in alle Richtungen

Um den Anforderungen unseres Alltags gerecht zu werden, müssen sich die Wirbelsäule und die einzelnen Wirbel in verschiedene Richtungen bewegen können. Alltagsaktivitäten erfordern Bewegungen der Wirbelsäule nach vorne, nach hinten und in seitlicher Richtung, sowie Rotationsbewegungen. Diese Bewegungen finden jeweils in einer von zwei Richtungen statt: translatorisch oder rotatorisch.

Auf der translatorischen Ebene gibt es drei Bewegungsarten bzw. -grade (nach vorne/nach hinten, von einer Seite zur anderen und nach oben/nach unten). Bei den Rotationsachsen gibt es ebenfalls drei Bewegungsgrade (Rotation, Biegung nach vorne/nach hinten, Biegung zur Seite). Wenn sich die Wirbelsäule ungehindert in alle diese Richtungen bewegen kann, spricht man von einem Bewegungsumfang von 6 Freiheitsgraden (3 Grade bei translatorischen Bewegungen und 3 Grade bei Rotationsbewegungen).

Schlüsselkomponenten hierbei, die jedem Wirbel eine freie Bewegung in diese 6 Freiheitsgrade ermöglichen, sind die zwischen den Wirbeln liegenden Bandscheiben mit ihrem einzigartigen Aufbau aus Nukleus und Faserring. 

Die Bandscheibenprothesen bieten aufgrund ihres einzigartigen Designs, das auf den Eigenschaften einer natürlichen Bandscheibe beruht, eine innovative Option für die Implantation von HWS und LWS Bandscheibenprothesen.

Die für die Replikation der natürlichen Bandscheibe konstruierte M6 ist die einzige Bandscheibenprothese, die eine Kernprothese (aus Polyurethan) und einen gewebten Faserring (aus Polyethylen) aufweist. Kern- und Ringprothese der M6-Prothese besitzen dieselben Bewegungsmerkmale wie eine natürliche Bandscheibe.

Zusammen bieten Kern- und Ringprothese der M6 beeindruckende Fähigkeiten, sowie einen kontrollierten natürlichen Bewegungsfreiraum entlang jedes Wirbels. Diese „natürliche“ Bewegung gibt Ihnen die Freiheit, Ihre Wirbelsäule natürlich zu bewegen, während die Belastung für benachbarte Bandscheiben und andere wichtige Wirbelsäulengelenke minimiert wird.

Die M6 besitzt zwei Außenplatten mit Keilen aus Titan für die Verankerung der Bandscheibe im Knochen des Wirbelkörpers. Diese Außenplatten sind mit einem porösen Titanspray beschichtet, welches das Knochenwachstum in die Metallplatten fördert, was für Langzeitfixierung und -stabilität der Bandscheibe im Knochen sorgt. 

HWS-Prothese

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LWS-Prothese

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In der dritten Generation der Bandscheibenersatz-Implantate stellt die „künstliche“ Bandscheibe eine Innovation in der Behandlung altersbedingter/degenerativer Bandscheibenveränderungen (Osteochondrose) dar.
Ihr Vorteil liegt in der erhaltenen Beweglichkeit der Wirbelsäule (Alloplastik).

Patienten, denen bisher eine Spondylodese („Versteifungsoperation“) angeboten worden war, bietet sich mit der Bandscheibenprothese eine Alternative an.
Nicht jede „Verschleißerscheinung der Wirbelsäule“ kann von der künstlichen Bandscheibe profitieren. 

Degenerative Veränderungen der Bandscheibe und ihrer benachbarten Wirbel (Osteochondrose) sind die typische Indikation zur Implantation einer Bandscheibenprothese.

Entscheidend ist eine verbleibende schmerzfreie Funktionalität der kleinen Wirbelgelenke, d.h. die Ursache der Rückenschmerz darf nicht in den Facettengelenken entstehen. Daher erfolgt im Vorfeld der präoperativen Diagnostik eine akribische Austestung der Schmerzquelle/Ursache sowohl im Bereich der HWS oder LWS mittels diagnostischer Injektionen.

Die Implantation der Prothese erfolgt jeweils in minimalinvasiver, gewebeschonender Technik sowohl im HWS wie im LWS Bereich. Das Implantat wird anstelle der degenerierten Bandscheibe eingesetzt. Die Beweglichkeit des Segmentes bleibt erhalten, wobei die Pufferfunktion der körpereigenen Bandscheibe bedingt kopiert werden kann.

 

Implantation im HWS-Bereich

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Implantation im LWS-Bereich

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Stellenwert:

Bei klarer Indikation, und fehlendem Erfolg der konservativen bzw. semiinvasiven Therapiemaßnahmen ist die Implantation einer künstlichen Bandscheibe eine bewährte Behandlungs-Alternative. Mittlerweile liegen seit circa 1998 gute Langzeit-Studienergebnisse vor.

 

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