Vertebro-/Kyphoplastie

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Kernspintomographie (MRT) der LWS

 

Vertebroplastie

Greifen konservative Therapieverfahren nicht und liegt eine (chronisch) frische Fraktur vor, kann die Vertebroplastie sinnvoll sein. Dabei wird in den gebrochenen Wirbel Kunststoffzement über eine Kanüle eingegeben der sich im Wirbelkörper verteilt und ihn nach Aushärtung von innen stabilisiert.

Die Vertebroplastie ist ein etabliertes Verfahren zur Stabilisierung eines gesinterten („gestauchten“) oder frakturierten (gebrochenen) Wirbelkörpers. Dies tritt traumatisch, also durch einen Unfall bedingt, durch einen Tumor oder aber vorwiegend im höheren Alter durch eine zunehmende Osteoporose (Knochenschwund durch Verringerung der Knochen- und Mineraliensubstanz) auf. Röntgenologisch stellt sich der gestauchte Wirbel meist in Form einer Kompressionsfraktur („Stauchungsbruch“) dar. Eine Kernspintomographie(MRT) ist zur Unterscheidung von frischen oder alten Frakturen notwendig.

 

Kyphoplastie

Die Kyphoplastie ist ein minimalinvasives Verfahren. Sie wird seit 1999 in den USA und 2001 in Deutschland angewandt. Bei dem vor der Einspritzung mittels eines Ballon-Katheters (BKP) eine "Knochenhöhle" im Wirbel geschaffen, in welcher der Kunstzement eingebettet wird.

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Die Operation wird unter Vollnarkose  (in Ausnahmefällen auch unter örtlicher Narkose) durchgeführt.

Über dem gebrochenen Wirbel wird eine Stichinzission am Rücken durchgeführt. Durch diesen Schnitt wird ein wenige Millimeter dünne Hohlnadel in den schmerzhaft, eingebrochenen Wirbelkörper vorgeschoben. Hierüber wird dann ein spezieller Ballonkatheter in den Wirbelkörper eingebracht und mit Kontrastmittel gefüllt und ausgedehnt. Hierdurch wird zum einen ein Hohlraum geschaffen und zum anderen kann eine Wiederaufrichtung des Wirbels erreicht werden (Prinzip Wagenheber). Nach Entfernung des Katheters wird im nächsten Schritt in den entstandenen Hohlraum Knochenzement eingebracht, der den Wirbelkörper "von innen stützt". Bei der Ballonkyplastie sind pro Wirbelkörper ca. 30 min Operationszeit erforderlich. 

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Stellenwert:

Bei frischen Kompressionsfrakturen, die trotz medikamentöser Therapie keine Linderung erfahren, ist die Vertebro-/Kyphoplastik eine gute Ergänzung. Sie erlaubt eine sofortige Mobilisation des Patienten.


Klinikaufenthalt:

Falls noch nicht vorhanden verordnen wir ein Stützmieder. Unter zu Hilfenahme des hohen Gehwagens erfolgt die Mobilisation mit physiotherapeutischer Anleitung.


Nachbehandlung:

Eine Rehamaßnahme ist nicht grundsätzlich nötig, wird aber auf Wunsch durch unseren Sozialdienst beantragt und organisiert.

 

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